Ryanair-Chef warnt vor hohen Kerosinkosten bis 2028: Werden Flüge jetzt teurer?
Veröffentlicht am 08.10.2026
Wer in den nächsten Jahren einen günstigen Urlaub im Ausland plant, muss sich möglicherweise auf deutlich höhere Kosten einstellen. Der Chef der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, hat kürzlich eine Warnung ausgesprochen, die Reisende weltweit aufhorchen lässt. Seiner Einschätzung nach könnten die Preise für Kerosin, also den Treibstoff für Flugzeuge, noch bis zum Jahr 2028 auf einem extrem hohen Niveau verharren. O'Leary sprach in diesem Zusammenhang von wahnsinnig hohen Kosten, die die gesamte Luftfahrtbranche belasten und das Zeitalter der extrem billigen Flugtickets vorerst beenden könnten.
Um zu verstehen, warum diese Prognose so wichtig ist, hilft ein Blick auf die Kostenstruktur von Fluggesellschaften. Der Treibstoff ist für Anbieter wie Ryanair in der Regel der größte einzelne Kostenfaktor und macht oft mehr als ein Drittel der gesamten Betriebsausgaben aus. Wenn sich das Kerosin verteuert, steigt der finanzielle Druck auf die Fluglinien massiv an. Da die Gewinnmargen in der Luftfahrt traditionell sehr dünn sind, können die Unternehmen diese Mehrkosten meist nicht langfristig selbst tragen. Die logische Konsequenz ist, dass ein Großteil dieser Kosten über höhere Ticketpreise direkt an die Passagiere weitergegeben wird.
Die Gründe für die anhaltend hohen Energiepreise sind vielschichtig. Neben geopolitischen Spannungen und Fördergrenzen wichtiger Ölstaaten spielen auch die weltweiten Bemühungen um den Klimaschutz eine Rolle. Die schrittweise Einführung von teureren, nachhaltigen Kraftstoffen und strengere Emissionsvorgaben dürften die Kosten für den Flugbetrieb in den kommenden Jahren zusätzlich stützen. Für Verbraucher bedeutet dies, dass die Phase des billigen Massentourismus, wie wir sie aus dem letzten Jahrzehnt kennen, sich dem Ende zuneigen könnte.
Aus finanzieller Sicht stellt sich die Frage, wie die verschiedenen Marktteilnehmer auf diese Entwicklung reagieren werden. Während Großkonzerne wie Ryanair versuchen, sich durch langfristige Finanzgeschäfte, sogenannte Absicherungen oder Hedging, gegen Preissprünge zu schützen, stoßen auch diese Instrumente bei jahrelang anhaltenden Trends an ihre Grenzen. Verbraucher sollten sich darauf einstellen, dass Urlaubsreisen per Flugzeug künftig ein größeres Budget erfordern. Für den Aktienmarkt und die Luftfahrtbranche insgesamt bleibt die Lage extrem dynamisch, weshalb Beobachter die Preisentwicklung genau im Auge behalten sollten.
Quelle: finnhub - Ryanair's O'Leary says 'insanely higher' jet fuel cost could remain into 2028 - Reuters